Kieferbrüche treten häufig zusammen mit Gesichtsverletzungen auf. Brüche im Oberkiefer, Unterkiefer, Gaumen, Jochbeinen und Augenhöhlen können zu Problemen beim Atmen, Sehen, Sprechen und Schlucken sowie zu trauma-bedingten Gesichtsdeformitäten führen.
BEHANDLUNG
Die Behandlungsprinzipien für Kiefer- und Gesichtsbrüche entsprechen denen von Brüchen in anderen Körperbereichen, wie Arm oder Bein. Die gebrochenen Knochenfragmente werden wieder in ihre ursprüngliche Position gebracht und bis zur Verknöcherung ruhiggestellt. Je nach Situation kann zur Stabilisierung und Reposition der Bruchstücke entweder die offene Methode (chirurgischer Ansatz) oder die geschlossene Methode (konservative Behandlung) angewendet werden.
KIEFERGELENK (TEMPOROMANDIBULÄRGELENK – TMG)
Das Kiefergelenk ist ein kleines Gelenk, das dort liegt, wo der Schädel auf den Unterkiefer trifft, direkt vor dem Ohr. Es ermöglicht die Bewegung und Funktion des Unterkiefers. Die am häufigsten auftretenden Beschwerden im Zusammenhang mit dem Kiefergelenk können als Ohr- und Kopfschmerzen, eingeschränkte Mundöffnung, Schmerzen bei Kieferbewegungen sowie als Knacken oder Klicken beschrieben werden.
WAS SIND DIE URSACHEN VON GELENKPROBLEMEN?
Eine der häufigsten Ursachen für Kiefergelenksbeschwerden ist die Parafunktion, also unwillkürliche, nicht physiologische Bewegungen wie Zähnepressen oder Zähneknirschen. Werden diese frühzeitig nicht behandelt, können sie zu Pathologien führen, die bis zu Meniskusdegenerationen reichen. Neben der Parafunktion können auch Traumata, rheumatoide Arthritis und degenerative Gelenkerkrankungen verschiedene schmerzhafte oder schmerzfreie Symptome im Kiefergelenk verursachen.
MÖGLICHE BEHANDLUNGSMETHODEN
Die Behandlung des Kiefergelenks reicht von konservativen Zahn- und medikamentösen Therapien bis hin zu komplexen chirurgischen Eingriffen. Abhängig von der Diagnose kann die Behandlung eine kurzfristige Anwendung von Schmerzmitteln und Muskelrelaxantien zur Schmerzlinderung, eine Aufbissschiene oder Schienentherapie sowie Maßnahmen zur Stressreduktion umfassen.
Im Allgemeinen ist ein chirurgischer Eingriff erforderlich, wenn eine nicht-chirurgische Behandlung erfolglos bleibt oder wenn Untersuchungen irreversible Schäden im Gelenk aufzeigen, die die Lebensqualität des Patienten beeinträchtigen.
KNOCHENREKONSTRUKTIONEN
Sinuslift
Im Oberkiefer befinden sich anatomische Hohlräume direkt über den Zähnen, die als Kieferhöhlen (Sinus maxillaris) bezeichnet werden. Diese Kieferhöhlen vergrößern sich im Laufe des Lebens. Die Zunahme ihres Volumens führt zu einem Rückgang der Knochenmasse im Oberkiefer. Diese physiologisch bedingten Knochenverluste können ein Ausmaß erreichen, das eine Implantatbehandlung unmöglich macht.
In solchen Fällen wird, wenn eine Implantattherapie geplant ist, ein spezieller chirurgischer Eingriff namens Sinuslift durchgeführt, um das Volumen der Kieferhöhle zu verringern und die Knochendichte zu erhöhen. Diese Operation kann je nach Wunsch des Patienten unter lokaler oder allgemeiner Anästhesie erfolgen. Dabei werden zwischen dem Kieferknochen und der Schleimhaut der Kieferhöhle Knochenpartikel eingebracht, und innerhalb von etwa sechs Monaten bildet sich neuer Knochen.
Hierfür kann Knochen aus dem eigenen Körper des Patienten (z. B. aus der Hüfte oder dem Unterkiefer) verwendet werden, ebenso wie Knochen aus Knochenbanken oder anorganische Materialien. Nach Abschluss der Knochenbildung können die regulären Implantate eingesetzt werden.
Alveolarknochen-Augmentation (Erweiterung)
Eines der häufigsten Langzeitprobleme nach Zahnextraktionen ist der Abbau des Kieferknochens. Wenn Zahnverluste durch Implantate ersetzt werden sollen, sind die Höhe und das Volumen des Knochens besonders wichtig. Für eine erfolgreiche Implantation ist eine ausreichende Knochenhöhe und -dicke erforderlich.
Der durch frühen Zahnverlust oder starke Zahnfleischentzündungen verursachte Knochenabbau kann durch Knochenrekonstruktionen behoben werden. Diese Rekonstruktionen können entweder mit Knochen aus dem eigenen Körper des Patienten oder mit anorganischen Materialien durchgeführt werden. Wenn körpereigener Knochen verwendet wird, ist das Hüftbein die am besten geeignete Entnahmestelle; auch Knochen aus dem Schädel kann zu diesem Zweck verwendet werden.
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